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Selbst Schuld!

...ein längst überfälliges Feature zum Thema "Briefkästen"

17.3.07 17:01


In Sachen Humor (1): Am Versuch des Unmöglichen gescheitert

Ein Dia-Abend mit Rattelschneck im Rahmen der "lit.Cologne" / Kulturkirche Nippes, Montag, 12. März 2007

Wer oder was ist Rattelschneck? "Die ganze Süße der Jugend" – glaubt man Wiglaf Droste. Walter Moers meint schlicht: "Gott". Unter dem Namen Rattelschneck veröffentlichen die Zeichner Marcus Weimer und Olav Westphalen Cartoons, zum Beispiel jedes Wochenende in der Süddeutschen Zeitung.

Der Rattelschnecksche Stil lässt sich nicht leicht beschreiben. Jedenfalls nicht ohne zu einfallslosen Worten wie "herrlich schräg" oder voreilig und unangemessen zu Begriffen wie "Dadaismus" zu greifen.

Versuch einer Nacherzählung

Mit Kugelschreiber gezeichnet und liebevoll mit Wasserfarben koloriert möge man sich Folgendes vorstellen: Ein Kleintierkäfig, neben dem Laufrad ein Häuschen mit der Aufschrift "Zum Laufrad", davor zwei Hamster (vermutlich, es könnten aber auch Meerschweinchen sein) und der Eine spricht zum Anderen: "Kommst du mit ins Laufrad?" – Antwort: "...wenn du die Kneipe meinst."

Nicht lustig? Zum Nachzuerzählen eignen sich Comics und Karikaturen im Allgemeinen bereits nur schwerlich, Rattelschneck überhaupt nicht. Meisterhaft sind Weimer und Westphalen auf dem Gebiet des Einbildcartoons, wobei das Ziel nicht die klassische Pointe ist, sondern der Weg dorthin. Nicht das Schenkelklopfen, das vor Lachen sich Ausschütten ist es, wozu Rattelschneck animiert, eher das stille Schmunzeln und das in sich Hineinlachen.

Versuch einer Lesung

Wie soll man sich nun eine Dia-unterstützte Lesung von Rattelschneck vorstellen? Vielleicht sollte als Antwort genügen: lieber gar nicht.

Die Herren Westphalen und Weimer sind mitnichten Rampensäue, leider auch keine Entertainer. Irgendwie unbeholfen wirken sie vor (erstaunlich) großem Publikum. Fast bemüht komisch, bemüht auch um die Pointe. Mit verstellten Stimmen werden an die Wand geworfene Bildreihen vorgelesen und irgendwie kommt immer wieder der Wunsch auf, lieber selbst und für sich zu lesen, für sich zu lachen. Subtiler Witz verkommt auf der Bühne schnell zu Comedy-Klamauk und auf dem Weg nach innen bleibt das Lachen auf der Strecke.

Man kann Weimer und Westphalen nicht vorwerfen, am Unmöglichen zu scheitern. Ihre Cartoons lassen ebenso wenig erzählen wie nacherzählen. Nicht nur die Paraphrase ist tödlich für die Satire, sondern auch das Aufblasen. Kleine stechende Mücken eignen sich nicht als große trampelnde Elefanten. (Wobei in dieser Metaphorik wäre Rattelschneck eher eine dicke betrunkene Hummel.)

Was ist denn jetzt Rattelschneck eigentlich? Gemessen am Live-Auftritt? Auf dem Papier besser.

13.3.07 21:52


Eigenbier begeht den Weltfrauentag...

...und hat deshalb keine Zeit, was zu schreiben.
8.3.07 23:48


Sind wir Oscar?

Nein. Stolz wie eben jener ist aber der ohnehin nicht allzu bescheidene Filmemacher dessen Name fast so lang ist wie er selbst von Fersenunterkante bis zum Ansatz des geschmierten Lockenschopfes (geschätzte anderthalb Kilometer; vermutlich ebenso lang: die Strecke von der Mitte des Parketts bis hin zur Bühne des Kodak-Theaters in Hollywood)-- wie auch immer, hier einmal der Name:

Florian Maria Georg Christian Henckel von Donnersmarck

...nicht verstanden? Also, es scheint, die Eltern des Filmemachers hätten all den Nachnamen mit all ihren CKs ein bisschen Gegengewicht bieten wollen und daher der Vornamen nicht weniger als vier vergaben inkl. des Männerfrauennamens "Maria". (Dieser Absatz nur um vor der unsinnigen erneuten Namensnennung ein wenig Platz zu schinden) Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen oder noch mal durch den Kopf:

Florian Maria Georg Christian Henckel von Donnersmarck

Man könnte dem Glauben erliegen, die Academy vergäbe ihre Awards aus Mitleid für schlimme lange Namen (im Falle FMGCHvD) oder ewige Preislosigkeit (Scorcese). Tatsache aber ist (nun, Tatsache, eher wohl Geschmacksache): "Das Leben der Anderen" ist ein guter Film, ebenso "The Departed" (welcher die Oscars auch eher verdient hat als Scorseses letzte Kandidaten). Einem Herrn scheinen die Herren (naja und die paar Damen) der Academy mehr noch zuzutrauen als dieses Jahr schon:

Leonardo Wilhelm DiCaprio

(so heißt der wirklich, insgesamt eher bescheidene Namenslänge) -- kein Oscar und das trotz doppelter Nominierung. Aber der hat ja auch noch Zeit. Man könnte evtl. über eine Namensverlängerung nachdenken oder so. Nur so ne Idee.

Ihr
Freimuth Fritz-Willhelm Maria Schaumkrone von Eigenbier
(Papst, Fußballvize- und Handballinechtweltmeister und jetzt halt auch Oscar)

PS.: FMGCHvD ist laut Tom Buhrow übrigens: deutscher Leistungs- und Hoffnungsträger und eigenen Angaben zufolge "größenwahnsinnig" und seit 40 Stunden ohne Schlaf; Scorsese war praktisch 30 Jahre ohne Oscar.

PPS.: Das Wetter in LA ist übrigens gut, sagt FMGcHvD, Th"T"B nutzte dies als Überleitung zu CK.
3.3.07 20:30


Gesamtschule 10te Klasse 1994

Die Kür des Volkssports Kalauern - ein Laster, welchem ich, zugegeben, auch etwas zu gern fröne - ist das Abimotto. Sei es die ABIkalypse (mögliche Zusätze: "...now" oder "nach uns die Sintflut" - wobei Bibelkundige wissen, dass zwischen Sintflut und Apokalypse kein Zusammenhang besteht, bestehen kann), ABItours, ABI macht frei (das gefällt mir sogar), ABIpunktur (wtf?), ABIgasmus oder oder oder so. Alles nur mäßig lustig. Wenige Überraschungen.

Schöner Vorteil dieses Jahr: das Motto Abi 007 kann benutzt werden. Möglicher Zusatz: "Lizenz zum Abgehen!" (Hahaha, Doppeldeutigkeit! Hahaha!)

Ich jedenfalls freue mich verhalten (äußerst verhalten) auf all die sorgfältig ausgeschnittenen Schriftzüge in Autoheckscheiben. Am schönsten sind die, wenn's nur zeitweise Abiturientenautos sind und man Mütter auf Supermarktparkplätzen Polos und Corsas, Clios und Fiestas entsteigen sieht, die aller Welt verkünden: "ABIsutra '07 ...jetzt gehen wir auf Stellungssuche!"

25.2.07 21:48


Pokerwahn nimmt Überhand

...spätestens wenn Titten nicht mehr genug sind.
11.2.07 21:46


Und was, Sick, ist mit Wichsen?

"Zwiebelfisch"-Kolumnist Bastian Sick, der Sprachmahner, der mich spätestens seit Band 2 seiner "Dativ-dem-Genitiv-usw."-Reihe gähnen lässt, beschäftigte sich unlängst mit einem regionalen Phänomen, nämlich: der Eigenart der Moselanreiner (hahaha) statt zu "nehmen" zu "holen". Natürlich ist es amüsant, sich vor Augen oder Ohren zu führen, dass der Trierer Tabletten statt sie einzunehmen tatsächlich "holt". Auch wenn er dafür nicht einen Schritt gehen muss. Sick, vielbeschäftigt vielleicht, aber nicht blöd, will helfen und weist darauf hin, dass beim Holen die Beine im Spiel seien:
 
"Beim Nehmen, so könnte man vereinfachend festhalten, kommen die Hände zum Einsatz, beim Holen sind außerdem die Füße beteiligt. Allerdings passt diese Definition nicht immer, denn zum Luftholen benötigt man weder die Hände noch die Füße. Und wer Abschied nimmt, der lässt sogar los, statt festzuhalten."
 
Ich, zunächst unachtsam, übersah das Sicksche Zugeständnis, seine Definition passe nicht immer und wollte ihm eins reinwürgen indem ich ihm entgegenhalte: "Und was ist mit'm 'Runterholen'? Muss man das in Zukunft 'nehmen' (sprachlich gesprochen) oder gar (faktisch) mit den Füßen tun? Falls Letzteres der Fall: Reicht's mit ihnen zu scharren?"
Mir ist, zugegeben, manch unüberlegt gesetzter Apostroph ein Dorn im Auge. Mich bedrückt des Genitivs Degeneration. Des dritten Buches und der Tournee dazu, so finde ich, bedarf es nicht. Ich zumindest brauch sie nicht. Sie, hingegen, Sick, bedürfen eines Haarschnitts.*
 
________
*Wenn einem die Argumente ausgehen, oder man gar den Faden verliert, ist es immer ratsam, unsachlich zu werden. Wer sich aber das Sick-Bild auf der Kolumnenseite ansieht und mit dem auf der Tourneeseite vergleicht, wird mir zustimmen. Oder? Na also.
4.2.07 17:07


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